WENDECIRCUS. Berlin steht Kopf!

Ein Jahrtausend-Spektakel von und mit Circus Magic, glanz&krawall und KGI

BRD 2021: Missgunst und Hass haben sich in einem Maße ausgebreitet, wie man es noch vor wenigen Jahren für undenkbar hielt. Die Politik wie das Theater hatten vor der Virus-Krise keine wirksamen Konzepte, um diesen Vergiftungen zu begegnen. Wie könnte in diesem vergifteten Panorama ein Gedenken der 31-jährigen Wiedervereinigung Deutschlands aussehen?

Mit der Ankunft des Circus in der Stadt steht das alltägliche Leben still: Dem wohnt das politische Moment inne, ein vagabundierendes, wildes Irrenhaus zu sein, befinden die theaterschaffenden Millennials von glanz&krawall und KGI und formieren mit dem Circus Magic jetzt eine Manege-à-trois, die sich den Ein- und Ausschlüssen der deutschen Einheit kritisch und nachhaltig widmet. Wer bestimmt den Diskurs um die deutsche Einheit und das Erbe der DDR? Welche Stimmen sind ungehört? 

Das gemeinsame Circus-Spektakel WENDECIRCUS. Berlin steht Kopf! hebt dabei die vereinfachte Trennung von körperlich und geistig auf. Gemeinsam erweitern die Artist:innen, Darsteller:innen und Musiker:innen in einer groß angelegten Nummernshow den Darstellungs- und Verständnishorizont des Theaters mit den Mitteln des Circus und umgekehrt, um Dinge sagen, Zusammenhänge aufzeigen, Unbewusstes symbolisieren zu können, wofür bisher noch keine Werkzeuge zur Verfügung standen. In einer abendfüllenden Show schaffen sie einen gemeinsamen Verhandlungsraum über die friedliche Revolution, die Aushandlungsprozesse 89/90 und die verlorengegangenen Utopien. Basierend auf Zeitzeug:innen-Gesprächen setzen sie eine ungehörte und unerhörte Sicht auf die Wende in Szene und performen die Brüchigkeit, die jedem Einheitsnarrativ innewohnt. Mit dieser opulenten Darstellung historischer Ereignisse  wird WENDECIRCUS wieder das, was das Circusspektakel vor Napoleons Theaterdekret (1807) war: ein Kunst-Spektakel, das die Grenzen von Trivial- und Hochkultur und Peripherie und Zentrum sprengt. 

Im Oktober 2021 feiern sie Premiere im Zirkus Mond, einem Zirkuszelt für Zirkus, Theater, Tanz und Konzerte und Treffpunkt der Berliner Artistenszene mit permanentem Sitz in Berlin-Prenzlauer Berg. Anschließend präsentiert das Kleist-Forum in Frankfurt (Oder) das Spektakel Ende Oktober.

VON & MIT Dennis Depta, Anjali Endres, Jeffrey Endres, Jesse Endres, Lisa Heinrici, Vera Maria Kremers, Simon Kubisch, Vivian Lauenburger, Maja (Hund), Ingolf Müller-Beck, Sophie Schliemann, Marielle Sterra

KONZEPT & KÜNSTLERISCHE LEITUNG Dennis Depta, Marielle Sterra (glanz&krawall) & Simon Kubisch (KGI)
REGIE Marielle Sterra
DRAMATURGIE Dennis Depta, Simon Kubisch
KOSTÜME Sophie Schliemann
LICHTDESIGN/VIDEO Josef Maaß
PRESSEARBEIT Barbara Gstaltmayr
DESIGN Von Unruh / Cristian Zweigler
SOCIAL MEDIA Marc Nikoleit
REGIE-ASSISTENZ Dennis Metaxas

Premiere: Fr, 08.10.2021 um 19.30h @ Zirkus Mond (Lilli-Henoch-Straße 10, 10405 Berlin)
Weitere Vorstellungen: Sa, 09.10.2021 um 19.30h @ Zirkus Mond, im Anschluss Nachgespräch mit Theaterscoutings Berlin mit Mathieu Pelletier
So, 10.10.2021 (Special-Show Menschen, Filme, Sensationen um 16.00h, Vorstellung um 19.30h) @ Zirkus Mond
Mo, 11.10.2021 um 19.30h @ Zirkus Mond
Fr, 29.10.2021 + Sa, 30.10.2021 jeweils um 19.30h @ Kleist Forum Frankfurt (Oder), Festplatz an den Messehallen

Tickets
Vorstellungen Berlin
20 € + / erm. 15 € +
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Vorstellungen Frankfurt (Oder)
17 € / erm. 15 €
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Foto: Peter van Heesen

CIRCUS MAGIC ist eine Circus -Familie, die in Zossen (Brandenburg) ihren Sitz hat, aber vor allem unterwegs ist. Der Wandercircus bestehend aus dem Ehepaar Endres, deren Kindern, Kamelen, Schweinen, Hunden, Stieren und Ponys entwickelt seit vielen Jahrzehnten Nummern – von Clownerei über Akrobatik, Jonglieren, Zauberei.

Foto: Peter van Heesen

glanz&krawall machen Musiktheater und Schauspiel – von der Hochkultur der Oper bis zur poetischen Verlorenheit eines Alleinunterhalters in der Dorfdisko. Seit 2019 initiieren sie die Theater- und Musik-Festivalreihe „BERLIN is not“.

Foto: Peter van Heesen

KGI arbeitet zwischen Stadttheater und freier Szene, zwischen Hochkultur und Punk mit Profis und Lai:innen, vor allem – aber nicht nur – am Ringlokschuppen Mülheim a. d. Ruhr. Die Gruppe dokumentiert den gesamten Recherche-, Interview- und Probenprozess und überführt das Material in den Film „Abschied von Übermorgen“. Dieser zeigt das Ende eines vom Untergang bedrohten Theaterkollektivs, welches Obhut in einem Wandercircus bekommt. Dort beginnt die gemeinsame Suche nach dem Anfang vom Ende der verschütteten Utopien des Warschauer Paktes und anderer großer Staatszirkusse.

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. In Zusammenarbeit mit dem Kleist-Forum Frankfurt (Oder).

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